Die Evolution des Persona-Prozesses
In einer Welt, in der traditionelle Modelle oft nicht mehr ausreichen, um den dynamischen Marktverhältnissen gerecht zu werden, wird es entscheidend, den Prozess der Erstellung von Personas neu zu denken. Unternehmen investieren häufig viel Zeit und Ressourcen in die Entwicklung von Profilen, die kaum aktualisiert oder angemessen personalisiert werden. Die entscheidende Frage lautet: Kennen wir unsere Kunden wirklich oder sind wir lediglich in einer veralteten Liste klassifiziert?
Ein problemzentrierter Ansatz anstelle von bloßer Demografie kann der Schlüssel zu einem tieferen Verständnis sein. Es geht darum, schnelle Charaktere zu erstellen, die den tatsächlichen Bedürfnissen der Kunden entsprechen und nicht nur deren Statistiken.
Optimierung für Kundenbindung und LTV
Indem wir den Prozess auf spezifische und dringliche Probleme der Kunden fokussieren, können Unternehmen Möglichkeiten zur Steigerung der Kundenbindung und des Lebenszeitwerts (LTV) identifizieren. Wie erreichen wir das? Durch die Erfassung von Daten direkt zu Beginn der Kundenbeziehung stellen wir sicher, dass die Lösungen nicht nur effizient, sondern auch relevant sind.
Der Schlüssel liegt darin, die Strategie kontinuierlich anhand dieser Daten anzupassen. Künstliche Intelligenz kann hier eine entscheidende Rolle spielen, indem sie wertvolle Einblicke bietet, die Entscheidungen über Intuition und starre Prozesse hinaus informierten. Dennoch muss dieser Prozess sorgfältig gesteuert werden, um verbreitete Vorurteile zu vermeiden, die sich in die Designphase einschleichen könnten.
Herausforderungen und Chancen des schnellen Prozesses
Ein schneller, problemzentrierter Ansatz zur Erstellung von Personas erfordert einen mentalen Paradigmenwechsel. Er muss dynamischer und weniger starr werden, wobei akzeptiert wird, dass das Kundenwissen ein Fluss und kein fixes Faktum ist. Dieser Ansatz bringt Herausforderungen mit sich, besonders wenn es darum geht, kulturelle Veränderungen innerhalb der Organisation voranzutreiben.
Außerdem ist es wichtig, dass Führungskräfte sich darüber im Klaren sind, dass nicht alle Daten den notwendigen Kontext bieten. KI sollte hier zur Ergänzung und nicht zur Übertragung des menschlichen Urteils eingesetzt werden. Die entscheidende Frage ist, ob die Führungskräfte bereit sind, die Kontrolle an datengestützte Modelle abzugeben oder ob sie an überholten Methoden festhalten.
Die Implikationen einer von Menschen geführten KI
Die Nutzung von KI-Tools zur Identifikation von Mustern und zur dynamischen Anpassung von Personas bietet erhebliches Potenzial. Allerdings birgt sie auch das Risiko, angeborene Vorurteile im System zu automatisieren. Die Diversität in den Teams, die diese Modelle erstellen, ist entscheidend, um einen inklusiven Ansatz zu gewährleisten, der vergangene Fehler nicht perpetuiert.
Welche Teams entwickeln diese Werkzeuge und wer sitzt am Entscheidungstisch? Dies sind die Fragen, die gestellt werden müssen, um sicherzustellen, dass technologische Lösungen inklusiv sind und die Vielfalt der Endnutzer widerspiegeln.
Soziales Kapital und Innovation
Horizontale Netzwerke bieten eine agilere und anpassungsfähigere Struktur, die kontinuierliche Erkundung und Innovation ermöglicht, ohne die Last starrer Hierarchien. Die Implementierung einer problemzentrierten Persona-Strategie ist eine Gelegenheit, echtes soziales Kapital aufzubauen, in dem der Austausch von Ideen und Zusammenarbeit selbstverständlich sind.
Die Frage ist, ob Unternehmen bereit sind, ihre organisatorischen Strukturen so zu transformieren, dass sie zu einem echten Wettbewerbsvorteil werden, indem sie das diverse Talent optimal nutzen.
Abschließende Frage an die Führungsebene
Sehen Sie sich bei der nächsten Vorstandssitzung Ihre kleine Runde an: Haben Sie die notwendige Diversität, um die bevorstehende Disruption wahrzunehmen, oder sind alle so ähnlich, dass sie genau dieselben blinden Flecken teilen?
Es ist an der Zeit, dass Unternehmensleiter ihre tiefsten Annahmen in Frage stellen und über veraltete Modelle hinwegsehen. Wahre Innovation liegt in unserer Fähigkeit, unsere Wahrnehmung zu verändern, Diversität zu umarmen und technologische Werkzeuge inklusiv, präzise und effektiv zu nutzen.












